Monatsarchiv für September 2008

Die Geschichte von Herrn Müller und der Milch

Mittwoch, den 24. September 2008

Herr Müller

Das auf dem Bild, das ist der Herr Müller. Der Herr Müller kommt aus Aretsried, das liegt in Bayern, also ganz im Süden.

Der Herr Müller ist ein Unternehmer und das, was in den Fabriken von Herrn Müller hergestellt wird, habt ihr sicher alle schon mal gesehen, wenn ihr im Supermarkt wart. Der Herr Müller stellt nämlich lauter Sachen her, die aus Milch gemacht werden. Naja, eigentlich stellen die Kühe die Milch her, aber der Herr Müller verpackt sie schön und sorgt dafür, dass sie in den Supermarkt kommen, wo ihr sie dann kaufen könnt.

Die Sachen, die der Herr Müller herstellt sind so gut, dass sogar der Herr Bohlen dafür Werbung gemacht hat. Weil der Herr Müller ein Unternehmer ist, hat er sich gedacht, er unternimmt mal was und baut eine neue Fabrik. Und zwar baut er sie in Sachsen, das ist ganz im Osten.

Eigentlich braucht niemand eine neue Milchfabrik, weil es schon viel zu viele davon gibt, und diese viel zu viele Milchprodukte produzieren, aber der Herr Müller hat sie trotzdem gebaut.

Müller und Milch

Und weil die Leute in Sachsen ganz arm sind und keine Arbeitsplätze haben, unterstützt der Staat den Bau neuer Fabriken mit Geld.
Arbeitsplätze hat man nämlich im Gegensatz zu Milchprodukten nie genug. Also hat der Herr Müller einen Antrag ausgefüllt, ihn zur Post gebracht und abgeschickt.

Ein paar Tage später haben ihm dann das Land Sachsen und die Herren von der Europäischen Union in Brüssel einen Scheck über 70 Millionen Euro geschickt.

70 Millionen, das ist eine Zahl mit sieben Nullen, also ganz viel Geld. Viel mehr, als in euer Sparschwein passt.

Der Herr Müller hat also seine neue Fabrik gebaut und 158 Leute eingestellt. Hurra, Herr Müller.

Nachdem die neue Fabrik von Herrn Müller nun ganz viele Milchprodukte hergestellt hat, hat er gemerkt, dass er sie gar nicht verkaufen kann, denn es gibt ja viel zu viele Fabriken und Milchprodukte.

Naja, eigentlich hat er das schon vorher gewusst, auch die Herren vom Land Sachsen und der Europäischen Union haben das gewusst, es ist nämlich kein Geheimnis. Das Geld haben sie ihm trotzdem gegeben.

Ist ja nicht ihr Geld, sondern eures. Klingt komisch, ist aber so. Also was hat er gemacht, der Herr Müller?

In Niedersachsen, das ist ziemlich weit im Norden, hat der Herr Müller auch eine Fabrik. Die steht da schon seit 85 Jahren und irgendwann hatte der Herr Müller sie gekauft.

Weil er jetzt die schöne neue Fabrik in Sachsen hatte, hat der Herr Müller die alte Fabrik in Niedersachsen nicht mehr gebraucht, er hat sie geschlossen und 175 Menschen haben ihre Arbeit verloren.

Wenn ihr in der Schule gut aufgepasst habt, dann habt ihr sicher schon gemerkt, dass der Herr Müller 17 Arbeitsplätze weniger geschaffen hat, als er abgebaut hat. Dafür hat er 70 Millionen Euro bekommen.

Wenn ihr jetzt die 70 Millionen durch 17 teilt — dafür könnt ihr ruhig einen Taschenrechner nehmen — dann wisst ihr, dass der Herr Müller für jeden vernichteten Arbeitsplatz über 4 Millionen Euro bekommen hat.

Da lacht er, der Herr Müller. Natürlich nur, wenn niemand hinsieht. Ansonsten guckt er ganz traurig und erzählt jedem, wie schlecht es ihm geht.

Aber der Herr Müller sitzt nicht nur rum, sondern er sorgt auch dafür, dass es ihm besser geht. Er ist nämlich sparsam, der Herr Müller.
Sicher kennt ihr die Becher, in denen früher die Milch von Herrn Müller verkauft wurden. Die schmeckt gut und es passten 500 ml rein, das ist ein halber Liter. Seit einiger Zeit verkauft der Herr Müller seine Milch aber in lustigen Flaschen, nicht mehr in Bechern. Die sind praktisch, weil man sie wieder verschliessen kann und sehen hübsch aus. Allerdings sind nur noch 400 ml drin, sie kosten aber dasselbe.
Da spart er was, der Herr Müller. Und sparen ist eine Tugend, das wissen wir alle..

Wenn ihr jetzt fragt, warum solche ekelhaften Schmarotzer wie der Herr Müller nicht einfach an den nächsten Baum gehängt werden, dann muss ich euch sagen, dass man so etwas einfach nicht tut.

Wenn ihr aber das nächste mal im Supermarkt seid, dann lasst doch einfach die Sachen vom Herrn Müller im Regal stehen und kauft die Sachen, die daneben stehen. Die schmecken genauso gut, sind meistens billiger und werden vielleicht von einem Unternehmer hergestellt, für den der Begriff “soziale Verantwortung” noch eine Bedeutung hat.

Tag der Rettungsorganisationen 2008

Donnerstag, den 18. September 2008

Plakatfoto: Paul Plutsch

Missverständnis !

Freitag, den 12. September 2008

 Foto:Paul Plutsch 

Herr und Frau Müller konnten keine Kinder bekommen. Deshalb beschlossen sie,
einen ‘Ersatzvater bzw. Ersatzerzeuger’ zu bestellen, damit sie eine Familie
gründen konnten.
Am Tag als der Ersatzvater erwartet wurde, küsste Herr Müller seine Frau zum
Abschied und sagte: ‘Also ich gehe jetzt, der Ersatz-Mann müsste bald hier
sein.’

Es war eine halbe Stunde später, als zufällig ein Baby-Fotograf, der von
Haus zu Haus zog, an der Tür klingelte, in der Hoffnung auf einen Auftrag.

‘Guten Morgen,’ grüßte er, ‘ich komme um….’ ‘Oh, Sie brauchen nichts zu
erklären,’ schnitt Frau Müller ihm aufgeregt das Wort ab, ‘ ich habe Sie
bereits erwartet.’

‘Wirklich’, staunte der Fotograf,’ das ist ja großartig!
Wußten Sie, dass Babies meine Spezialität sind?’

‘Nun, das hatten mein Mann und ich erhofft. Bitte kommen Sie herein und
nehmen Sie Platz.’

Nach einer Weile fragte sie errötend: ‘Naja, wo sollen wir denn anfangen?’

‘Überlassen Sie ruhig alles mir. Ich versuche es gewöhnlich zweimal in der
Badewanne, einmal auf der Couch und vielleicht ein paar Mal auf dem Bett.
Manchmal ist es auch auf dem Wohnzimmerteppich sehr reizvoll.
Man kann sich dort nämlich so wunderbar ausbreiten.’

Foto:Paul PLutsch
‘Badewanne, Wohnzimmerteppich … ?
Kein Wunder, dass es bei Klaus und mir nie geklappt hat.’
‘Nun ja, Frau Müller, niemand von uns kann jedes Mal einen Erfolg
garantieren.
Aber wenn wir verschiedene Positionen ausprobieren und ich aus 6 oder 7
Winkeln schieße, Dann bin ich überzeugt, dass sie von dem Ergebnis entzückt
sein werden.’

‘Du meine Güte, das ist eine Menge!’ keuchte Frau Müller.

‘Sehen Sie Frau Müller, in meiner Branche sollte sich ein Mann immer Zeit
nehmen. Ich könnte in 5 Minuten `rein und`raus sein, aber Dann wären Sie mit
Sicherheit enttäuscht.’

‘Das wusste ich nicht’, sagte Frau Müller leise.

Darauf öffnete der Fotograf seine Aktentasche und zog eine Mappe mit
Baby-Fotos heraus. ‘Diese habe ich oben in einem Bus gemacht’, erklärte er.

‘Oh, mein Gott!’ rief Frau Müller und griff an ihre Kehle.

‘Und diese Zwillinge hier, gerieten wider Erwarten ganz toll - wenn Sie
bedenken, wie schwierig es war, mit deren Mutter zu arbeiten !’

‘Sie war schwierig ?’ fragte Frau Müller.

‘Ich fürchte ja, schließlich musste ich sie in den Park bringen, um Diesen
Auftrag ordentlich zu erledigen. Die Leute standen in Vierer und
Fünferreihen, um einen Blick zu erhaschen.’

‘Vierer- und Fünferreihen?’ japste Frau Müller, die Augen vor Erstaunen weit
aufgerissen.

‘Ja natürlich, und das für mehr als 3 Stunden. Die Mutter schrie und zeterte
herum - ich konnte mich kaum konzentrieren. Und als es zu dämmern begann,
musste ich mich mit meinen Schüssen beeilen. Als aber auch noch die
Eichhörnchen an meinem Equipment knabberten, musste ich eiligst alles
einpacken.’

Frau Müller lehnte sich nach vorne: ‘Sie meinen sie kauten an Ihrem, . .
. ehm . . Equipment ??????’

‘Ja, Frau Müller, das stimmt. - Nun, wenn Sie bereit sind, will ich mein
Dreibein aufstellen und wir können sofort mit der Arbeit beginnen.’

‘Dreibein ???’ -

‘Natürlich Frau Müller, ich benutze ein Dreibein, um mein Gerät darauf zu
plazieren. Es ist viel zu schwer um es länger in der Hand zu halten.’

Daraufhin fiel Frau Müller in Ohnmacht . . …!!