Der Primar sprach von einem “besonderen Augenblick”
Das 19-jährige Inzestopfer (Fall Fritzl) von Amstetten ist “fast völlig genesen” und wieder bei seiner Familie. Das gab der Leiter der Intensivmedizin des Landesklinikums Amstetten, Albert Reiter, am Mittwoch im Rahmen einer Pressekonferenz bekannt.
Es sei damit zu rechnen, dass die junge Frau weitestgehend gesund sei und sich normal weiterentwickeln werde.
“Unterschiedliches Lebenstempo”
Ein multiprofessionelles Team kümmert sich um die Betreuung der Familie, deren zwei Teile (jene Kinder, die im Verlies aufwuchsen, und jene, die der Verdächtige als “Findelkinder” bei sich aufnahm) sich durch “unterschiedliches Lebenstempo” auszeichnen.
Den einen, die bisher ein “normales” Leben führten, gehe alles zu langsam, den anderen zu schnell, den einen sei fad, den anderen “reichen kleine Neuigkeiten”.
Die bisher eingesperrten Kinder bestaunten eine vorbeiziehende Wolke, die die anderen gar nicht wahrnehmen. Vereinzelte Spaziergänge würden unter ausreichenden Sicherheitsmaßnahmen unternommen.
Schifffahrt und Robbie-Williams-Konzert
Auf Journalistenfragen sagten die Ärzte, dass sich die Kinder normal weiterentwickeln. Drei Lehrkräfte geben Unterricht, der älteste Sohn entwickle sich überraschend gut.
Die 19-Jährige wird physiotherapeutisch behandelt. Sie könne lesen und schreiben und sei “sehr gut” in der Kommunikation. Und sie habe auch schon Wünsche geäußert: Sie will eine Schifffahrt machen und ein Robbie-Williams-Konzert besuchen.