Monatsarchiv für März 2008

Die Idioten vom Rettungsdienst

Montag, den 31. März 2008

Foto:Paul Plutsch

Stellen Sie sich bitte mal vor,

dass Sie an einer Hauptstraße wohnen. Nachts um drei Uhr fährt mit Tatü Tata und Radau die Feuerwehr und der Rettungsdienst mit größtenteils freiwilligen und unbezahlten Helfern an Ihrem Haus vorbei. Sie werden sofort wach und denken eventuell…

… Hoffentlich kommen die noch rechtzeitig !!!

oder

… Naja, nach der StVO muss der Fahrer ja mit
Blaulicht und laufendem Signalhorn fahren !!!

oder (am wahrscheinlichsten)

… Müssen diese Idioten wieder so einen Krach
machen ???

Aber haben Sie auch schon einmal daran gedacht, dass diese Idioten vor drei Minuten noch genauso friedlich in ihrem Bett schlummerten wie Sie? Dass diese Idioten auch um 6 Uhr früh wieder raus müssen, wie Sie? Und dass diese Idioten, wenn sie nach drei Stunden Einsatz wieder ins Bett fallen, sowieso nicht mehr schlafen können? Man schläft halt nicht so gut, wenn man gerade einen Menschen aus einem brennenden Haus oder verunfallten Fahrzeug gerettet hat! Wenn man ihn überhaupt noch retten konnte!

Aber wahrscheinlich werden Sie gar nicht wach, weil
unsere Fahrer aus Rücksicht auf Sie trotz Vorschrift das Martinshorn auslassen. Oder Sie wohnen erst gar nicht an einer Hauptstraße.

Dann haben Sie eben Glück und brauchen sich nicht über diese IDIOTEN von Rettungsdienst und den anderen Organisationen aufregen…

Aber manchmal wünschte ich, Sie wüssten wie es ist:

…den Kummer der Familie zu sehen, die gerade nach Hause kommt und ihr Haus und ihre Habseligkeiten beschädigt oder gar zerstört vorgefunden hat.

…ein brennendes Schlafzimmer nach eingeschlossenen Menschen abzusuchen, die Flammen schlagen über den Kopf hinweg, Handflächen und Knie schmerzen, weil man kriechen muss.

…die Furcht in den Augen der Ehefrau zu sehen, wenn ich ihrem Ehemann den Puls fühle und keinen finde. Ich hoffe wieder besseren Wissens, ihn ins Leben zurück zu holen, aber weiß doch, dass es zu spät ist. Aber seiner Familie muss ich das Gefühl geben, dass wir alles mögliche getan haben.

…eine junge Frau aus den zertrümmerten Resten ihres Wagens zu ziehen. Was wäre, wenn es meine Schwester, meine Frau oder eine Bekannte wäre? Wie werden Ihre Eltern reagieren, wenn vor ihrer Haustür ein Polizist steht, der seine Mütze in der Hand hält???

…nach Hause zu kommen und meine Eltern/meine Familie zu begrüßen, aber nicht erzählen zu können, dass man beinahe eben nicht mehr vom Einsatz zurückgekommen wäre.

…all die Tragödien verarbeiten zu müssen, die meine Augen gesehen haben.

…einen kleinen Jungen auf dem Arm zu tragen, der fragt “Ist meine Mama okay?”, und es einem unmöglich ist, ihm in die Augen zu schauen, ohne dass die Tränen in die Augen steigen; oder einen alten Freund zurückzuhalten, der mit ansehen muss, wie sein bester Kumpel in den Rettungswagen getragen wird.

Pielachtal - Tal der Dirndln

Freitag, den 14. März 2008

Diese rote Wildfrucht mit ihrer Produktvielfalt gehört zur Region wie keine Zweite!Der Wärme liebende Dirndlstrauch bevölkert die Südhänge des Pielachtales und ist ein prägendes Element der vielfältigen und lebendigen Kulturlandschaft des Tales.

Dirndlblüte Foto:Paul Plutsch

Die Dirndl - Mehr als nur schön
“Kornelkirsche” oder “Gelber Hartriegel” wird er in botanischen Bestimmungsbüchern genannt, aber darüber hinaus schenkt ihm die Öffentlichkeit wenig Beachtung.
Die Pielachtaler jedoch, die ihn liebevoll “Dirndlstaudn” nennen, kennen ihn besser. Hier hat die Nutzung der Dirndln jahrhundertelange Tradition. Wenn man aufmerksam durchs Tal geht, sieht man oft sehr alte “Dirndlbäume”. Die Pielachtaler Bauern und Bäuerinnen pflegen und erhalten sie seit vielen Generationen. Eine Dirndlstaude wird nicht gefällt, sie genießt hohe Wertschätzung.

Im Frühjahr sind die kleinen, intensiv gelb gefärbten Blüten eine der ersten Nektarquellen für blütenbesuchende Insekten. Die länglich ovalen Früchte färben sich ab Mitte August je nach Sorte korallenrot bis fast schwarz. Sie sind reich an Vitamin C und schmecken saftig-säuerlich.

Dirndlkönigin Martina I  |Foto:Plutsch

So vielfältig wie die natürlichen Sorten sind auch die Nutzungsmöglichkeiten. Dirndln werden zu Marmeladen, Saft und Wein, vor allem aber zu hervorragenden Likören und Edelbränden verarbeitet.Die Pielachtaler Edelbrandgemeinschaft hat die Dirndl zu ihrem besonderen Liebling erklärt. Ihr ist es gelungen, dass der “Original Pielachtaler Dirndlbrand” Österreichweit als geschützte Marke gilt. Auch der Pielachtaler Dirndllikör bürgt für Spitzenqualität und wurde bereits mit dem Golden Stamperl ausgezeichnet.

www.dirndltal.at