Reportage 3 | Photographie

Reportagefotografie | Paul Plutsch

Feiern, Hochzeiten, Partys, Jubiläen. Private Festln, Events oder offizielle Festakte. Großes Publikum oder kleiner Kreis. – Paul Plutsch hat mit allen Situationen Erfahrung und kann hier mit seiner Fotoarbeit höchsten Ansprüchen gerecht werden.

Reportagefotografie/ Eventfotografie
Die Reportagefotografie, der Fotojournalismus oder die Bildberichterstattung verwenden die Ausdrucksformen und Mittel der Fotografie, um Reportagen (vom Lateinischenreportare, siehe Reporter), das heißt Berichterstattungen über Hintergründe in Politik, Kultur und anderen Bereichen von gesellschaftlichem Belang (z. B. Gerichtsverhandlungen, Unglücksfälle oder Verbrechen), zu illustrieren oder ausschließlich in bildhafter Weise darzustellen. Berichterstatter ist der Fotoreporter (in Deutschland war jahrzehntelang der BegriffBildjournalist üblich).
Diese Art der Fotografie ist gekennzeichnet durch:
• Zeitlichen Bezug zur Abfolge eines Ereignisses
• das Bemühen um Authentizität
• Erzählcharakter zusammen mit anderen Methoden der Reportage

Geschichte
Die Daguerreotypien von Hermann Biow der Ruinen der Brandkatastrophe 1842 in Hamburg gelten als die Anfänge der Reportagefotografie in Deutschland.
Im Krimkrieg (1853 bis 1856) fand das Medium der Fotografie begrenzt Anwendung, da die Kameras noch schwer und unhandlich waren. Deshalb wurde vor allem das Lagerleben abgebildet. (siehe auch Tatarenmeldung).
Mathew B. Brady dokumentierte mit seinem Kamerateam, zu dem unter anderem Alexander Gardner, T. H. O’Sullivan und G. N. Barnard gehörten, den Sezessionskrieg 1861–1865 auf rund 7.000 Nassplatten-Negativen, von denen über tausend digitalisiert wurden und über die Website der Library of Congress abrufbar sind. Davon wurden nur wenige zeitgleich einem größeren Publikum bekannt, da Bildvorlagen für den Druck zunächst aufwändig und weitestgehend manuell in Strichzeichnungen umgesetzt werden mussten (vgl. Holzstich; Kupferstich).
Die moderne Bildberichterstattung und Pressefotografie entwickelte sich ab etwa 1880, als die ersten Fotos als Illustrationen in Zeitungen erschienen: Stephen H. Horgan veröffentlichte im „New Yorker Daily Graphic“ ein gerastertes Halbtonfoto. 1883 erschien das erste Foto in einer deutschen Publikation: Georg Meisenbach veröffentlichte in der Leipziger „Illustrirten Zeitung“ eine gerasterte Fotografie (siehe Autotypie). – Die Entwicklung einsatzbereiter Verfahren zur Bildtelegrafie dauerte bis zum ersten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts (vgl. Arthur Korn). Im November 1907 begannen regelmäßige Übertragungen zwischen Paris, Berlin und London. Am 17. März 1908 wurde das erste Fahndungsfoto in zwölf Minuten von Paris nach London übertragen und im „Daily Mirror“ abgedruckt. Durch dessen Veröffentlichung konnte ein flüchtiger Juwelenräuber gefasst werden. Der „Daily Mirror“ hatte 1904 als erste Zeitung zur Wiedergabe von fotografischen Bildinformationen vollständig auf denAutotypiedruck umgestellt.

Der Pressefotograf Erich Salomon, eigentlich Doktor der Jurisprudenz, der erst 1926 im Alter von 40 Jahren überhaupt mit der Fotografie in Kontakt kam, erregte nicht nur durch seine Bildreportagen und die meist mit der neuartigen, für damalige Verhältnisse äußerst lichtstarken und gleichzeitig relativ kleinen Ermanox-Kamera teilweise heimlich (oder genauer: „investigativ“) entstandenen Aufnahmen Aufsehen, die er 1931 in seinem Bildband Berühmte Zeitgenossen in unbewachten Augenblicken veröffentlichte – der Meister der candid camera (ein von der Londoner Zeitschrift „Graphic“ 1929 geprägter Begriff für Salomons Arbeitsweise) erfand auch die Berufsbezeichnung Bildjournalist als solche.
An Wirkung und stilprägendem Einfluss kommen dem „König der Indiskreten“, wie ihn der französische Außenminister Aristide Briand einmal spontan nannte (und der dabei auf Salomons berühmtestem Foto abgebildet ist), nur wenige Fotografen gleich; zum Beispiel Henri Cartier-Bresson, der 1947 Mitbegründer der Fotoagentur Magnum Photos war und dessen Auffassung des fotografischen Metiers der Salomons wohl am nächsten kommt. Die Technik der „versteckten“ oder „unbemerkten“ Kamera wurde später allerdings von den Paparazzi auch systematisch missbraucht und deshalb vielfach in Verruf gebracht.
Die Einführung der Kleinbildkameras, allen voran der Leica (ab 1925), hatte weitreichende Auswirkungen auf den Fotojournalismus und änderte in mannigfacher Hinsicht auch die Sicht der Massen auf die Welt. – Das Berliner Boulevardblatt „Tempo” veröffentlichte von 1928–1933 in täglich drei Ausgaben „Bilder vom Tage“. Zahlreiche Fotoagenturen wurden in den Zwanzigern gegründet; eine der erfolgreichsten war – vor allem durch ihre Geschwindigkeit, ihren großen Mitarbeiterstab und die Vielfalt ihrer Sujets – die Schweizer PressebildagenturKeystone (seit 1892, in Deutschland seit 1924). Durch sie übermittelte Bilder der Berliner Maifeiern 1929 zum Beispiel, aufgenommen um 10.30 Uhr, erschienen sowohl in London als auch in New York noch am selben Abend in dort ansässigen Zeitungen.
Die Fotografie-Theoretikerin Gisèle Freund bemerkte dazu: „Die Einführung des Photos in der Presse ist ein Phänomen von außerordentlicher Bedeutung. Das Bild verändert die Sehweise der Massen. Mit der Photographie öffnet sich ein Fenster zur Welt. Die Gesichter von Personen des öffentlichen Lebens, die Ereignisse, die sich in seinem Land abspielen und auch diejenigen, die außerhalb der Grenzen stattfinden, werden ihm vertraut. Die Photographie leitet das Zeitalter der visuellen Massenmedien ein, als das Einzelportrait durch das kollektive Massenportrait verdrängt wird. Gleichzeitig wird die Photographie zu einem mächtigen Instrument der Propaganda und der Manipulation.[8] Die Bilderwelt wird entsprechend den Interessen jener gestaltet, die die Presse besitzen: die Industrie, das Finanzkapital, die Regierungen.“ – Insbesondere „brachten es die Nationalsozialisten auch auf dem Gebiet der politischen Instrumentalisierung der Bilder zu einer traurigen Perfektion.“ (Ralf Hecht, a.a.O.; vgl. Leni Riefenstahl)
Erst 1923 konnte ein Bild (des Papstes Pius XI.) von Rom nach New York über den Atlantik geschickt werden. 1861 war die erste interkontinentale Telegraphenverbindung zwischen Nordamerika und Europa hergestellt worden (siehe auch: Seekabel). Seit Beginn des 20. Jahrhunderts ist der Bildbericht ein integraler Bestandteil der Zeitungen und Magazine (Picture Post, Paris Match, Life, Sports Illustrated, The Daily Mirror (London), The Daily Graphic(New York)); er sprach unter anderem große Lesergemeinden der 30er bis 50er Jahre an.
In den USA ergaben die sozialdokumentarischen Arbeiten der Farm Security Administration 1935–1942 und ihrer Fotografischen Sektion geleitet von Roy Stryker ein erhebliches Archiv des Lebens jener Zeit.
1947 wurde die Agentur Magnum Photos gegründet, deren Mitglieder bis heute eine herausragende Position einnehmen.

Ethische Überlegungen
Am Beginn der geschichtlichen Entwicklung der Fotografie war diese von der Überlegung getragen, ein möglichst realistisches Abbild der „wahren“ Umwelt zu erstellen. Dies ist schon allein deshalb nicht möglich, weil die Fotografie den dreidimensionalen Raum auf eine Ebene mit beschränktem Ausschnitt reduziert. Dies kann die Bildaussage des Motivs unter Umständen bis zur Karikatur verzerren. Dennoch werden fotografischen Bildern hoher Wahrheitsgehalt und große Glaubwürdigkeit zugedacht.
Der Reportagefotograf hat daher eine hohe ethische Verantwortung, wenn er sich nicht als ein Instrument der Propaganda verwenden lassen möchte.
Ebenso ist die Grenze zur Verletzung der Intimsphäre und einer reinen Befriedigung der Sensationsgier (beispielsweise durch die inzwischen im Metier der Fotografen verbreiteten Paparazzi) schnell überschritten.

Technik
Die Entwicklung transportabler, kleiner Kameras (z.B. Leica) und empfindlicher Filme ermöglichte seit Beginn des 20. Jahrhunderts die Aufnahme am Ort des Geschehens sowie die Erfassung bewegter Vorgänge. Dies revolutionierte auch die Berichterstattung von den Kriegen jener Zeit: Die Fotografie konnte das Grauen der tatsächlichen Kampfhandlungen und des alltäglichen Sterbens im Feld transportieren.
Heute hat die Digitalfotografie eine Vormachtstellung erobert und ermöglicht eine weitere Beschleunigung der Berichterstattung. Unter der im Vergleich zum Film noch leichteren Manipulierbarkeit dieser Fotos hat allerdings die Glaubwürdigkeit weiter gelitten.

• Weitere Fotografen
• Eddie Adams
• Werner Bischof
• Margaret Bourke-White
• Henri Cartier-Bresson
• Robert Capa
• Julia Margaret Cameron
• Luc Delahaye
• Robert Doisneau
• Walker Evans
• Arthur Fellig alias Weegee
• Roger Fenton
• Alexander Gardner
• Nachum T. Gidal
• Olivia Heussler
• Jacob Holdt
• Walter Iooss
• André Kertész
• Dorothea Lange
• Robert Lebeck
• Neil Leifer
• Stefan Lorant
• Mary Ellen Mark
• Don McCullin
• James Nachtwey
• Anja Niedringhaus
• Ruth Orkin
• Jacob August Riis
• Manuel Rivera-Ortiz
• Henry Peach Robinson
• Sebastião Salgado
• W. Eugene Smith
• Umbo
• Ami Vitale
• Fred Peer
• Paul Plutsch

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